48 - Wenn der Weg das Ziel ist

Shownotes

Diese Frage hat ein Online-Seminar von Dr. Ute Blaschke-Berthold bei mir ausgelöst – und sie hat mich nicht mehr losgelassen.

Denn beim Mantrailing bringe ich Hunden eine bestimmte Suchstrategie bei: die spurtreue Suche. Aber was ist mit Hunden, deren Veranlagung eigentlich ein anderes Suchmuster nahelegt? Ist es gerechtfertigt, ihnen trotzdem diese Form der Suche beizubringen?

Je länger ich mich mit dieser Frage beschäftigt habe, desto deutlicher wurde: Die Antwort hängt an sehr viel mehr als an der Suchstrategie allein.

An den Bedürfnissen und der Veranlagung des Hundes. An den Bedürfnissen und Möglichkeiten seines Menschen. An der Realität, in der beide leben. Daran, wie sich der Lernweg für den Hund anfühlt. Und auch daran, was durch diesen Weg langfristig für das Mensch-Hund-Team entstehen kann.

Dabei bin ich noch an einer ganz anderen Stelle gelandet: Wie gehe ich damit um, dass ich den Beweis für das Vorhandensein der sogenannten "schweren Spur" nicht zweifelsfrei bringen kann?

In dieser Podcastfolge nehme ich Dich mit durch meinen Entscheidungsprozess und zeige Dir, was für mich alles in die Waagschale kommt, wenn ich frage: Ist es gerechtfertigt – oder nicht?

Denn wenn Wohlbefinden tatsächlich der Wegweiser sein soll, müssen wir immer wieder hinschauen, abwägen und neu entscheiden.

Mein Fazit?

Es kommt drauf an …

Transkript anzeigen

00:00:03: Man Trailing, Time to Shine.

00:00:08: Der Podcast von Astrid Speerlich rund um Man Trailling als Enrichment, um das Glitzern in die Augen von Menschen und Bunden zurückzubringen.

00:00:22: Herzlich willkommen zu dieser neuen Folge in meinem Podcast!

00:00:27: Und heute ist es ein ja zugegebenermaßen etwas spannendes tricky Thema.

00:00:36: Es geht darum, wenn der Weg das Ziel ist.

00:00:41: Konkret darf ich einem Hund beibringen wie er seine Nase einsetzt?

00:00:48: denn von Beginn meiner Trainerinnen Trätigkeit an habe Ich die Hunde beim trälen spurtreu ausgebildet habe eben wortwörtlich den Weg als ziel definiert.

00:00:59: In dieser Podcastfolge hinterfrage ich aufgrund einer Frage in einem Online-Seminar diese Entscheidung mal bewusst ziemlich kritisch.

00:01:10: Ist es also wirklich gerechtfertigt, auch den Hunden die sonst ihre Nase anders einsetzen würden?

00:01:18: Die spurtreue Suche anzutrainieren?

00:01:21: und es gibt eine klare Antwort vorweg – das kommt drauf an!

00:01:33: fragte der große Panda.

00:01:35: Der Weg oder das Ziel?

00:01:39: Die Gefährten, sagte kleiner

00:01:41: Drache.".

00:01:43: Das ist ein Zitat von James Norbury aus großer Panda und Kleiner Drache.

00:01:50: Ja die Frage, die mich nicht mehr losläs, heiligt der Zweck – die Mittel!

00:01:57: Ende Juli habe ich einen Online Workshop bei Frau Doktor Ute Blasch Gebärtheut gemacht.

00:02:02: Das Thema war, was brauchen unsere Hunde wirklich?

00:02:06: Wissen sortieren.

00:02:08: Bedürfnisse verstehen.

00:02:10: ein ganzes Wochenende lang Wir haben den Blick geschärft und Perspektiven gewechselt Und ganz in meinem Sinne war eine der Kernbotschaften des Wochenendes Der Weg ist das Ziel!

00:02:23: Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

00:02:26: Diese Schlussfolgerung dass auch ein guter Zweck, die Mittel nicht heiligt ist für das in diesem Zusammenhang häufig angeführte Extrembeispiel des Einsatzes eines Stromhalsbandes.

00:02:39: Für mich eindeutig!

00:02:41: Da besteht nicht der Hauch eines Zweifels.

00:02:45: aber wenn ich diesen Gedanken konsequent weiter denke kommt ein leicht bitterer Beigeschmack dazu wenn ich mich frage Wie sieht es denn dann mit meinem Vorgehen aus, Hunden beim Trailen das spurtreue Arbeiten anzutrainieren?

00:03:05: An dieser Stelle drängt sich einem fast der Gedanke auf dass die gesamte Fragestellung doch einfach hinfällig wird indem wir die Hunde einfach nach ihrem bevorzugten Muster suchen lassen.

00:03:17: Leider ist das eine rein theoretische Lösung Denn praktisch scheitert das an der Realität in der wir uns bei Man trailing bewegen.

00:03:25: Wir können dem Hund die Umsetzung der Suche über Hochwitterung gar nicht so ermöglichen, wie es zur Bedürfniserfüllung wirklich nötig wäre.

00:03:36: Und Frust ist die Folge!

00:03:38: Warum?

00:03:39: Kurz gesagt er wird durch Umwelt und Barrieren immer wieder ausgebremst – Er kann nicht in den bevorzugten Tempo- und Bewegungsradius arbeiten.

00:03:49: Die Spurtreuesuche dagegen liefert ihm kontinuierlich Orientierung und macht den Weg selbst zu einer verlässlichen Informationsquelle, wobei wir als Trainerinnen den Schwierigkeitsgrad des Trails für die Hunde maßschneidern können.

00:04:06: Weitere Gründe für das spurtreue Trail findest du in meiner Podcastfolge und dem dazugehörigen Blogartikel Trailen auf dem Geruchsband.

00:04:15: ich verlinke dir unten in den Show Notes.

00:04:19: Also, die unbequeme Frage ob auch dieses gut begründbare Ziel den Eingriff in das Suchverhalten eines Hundes rechtfertigt ist damit jedoch nicht eindeutig beantwortet.

00:04:32: Die Tage nach dem Seminar lag diese offene Frage immer wie ein Stein in meinem Magen – einen Schatten in meiner Trainingsphilosophie.

00:04:41: Höchste Zeit das mal genauer zu beleuchten!

00:04:44: Denn stimmt es wirklich?

00:04:47: Kann man die Anwendung eines Stromhalsbandes mit dem Antrainieren der Spurtreuen-Suche vergleichen?

00:04:54: Nein, natürlich nicht.

00:04:56: Dennoch ist die Frage nach der Rechtfertigung legitim und mit dieser Podcastfolge stelle ich mich ihr!

00:05:06: In der Woche vor dem oben genannten Seminar habe ich mit Innes Scheuerdinger eine wunderbare Podcastfolger aufgezeichnet.

00:05:17: Schauen, wie du dort gehört hast aus verschiedenen Perspektiven auf Mantrailing.

00:05:23: Ich liebe es und sehe so viel Positives was wir damit bewirken können.

00:05:28: Ines hat leider häufig mit Teams zu tun bei denen sich deren Mantrailling Training eher nachteilig auf das wohl befindende Hunde ausgewirkt hat.

00:05:37: Und so haben wir uns intensiv damit auseinander gesetzt wann Mantralling für den jagdlich ambitionierten Hund wirklich in Summe förderlich ist Und waren eben nicht.

00:05:48: Wir haben uns immer wieder die folgenden Fragen gestellt und aus verschiedenen Perspektiven beantwortet, nämlich was hat dieser Hund davon?

00:05:58: Und welchem Preis muss er dafür bezahlen?

00:06:01: Und ergänzend noch – was hat die Bezugspersonen davon?

00:06:06: …und was hat das gesamte Mensch-Hund-Team

00:06:09: davon?".

00:06:10: Die Antwort war immer wieder… du vermutest es….

00:06:14: Es kommt drauf an!

00:06:15: und zwar sowohl auf die Bedürfnisse aller Beteiligten als auch auf die Umsetzung.

00:06:22: Ines brachte es auf einen Punkt, die Menschen kommen ins Main-Training weil sie ihrem Hund etwas Gutes tun wollen.

00:06:30: das muss für uns immer die oberste Priorität sein.

00:06:34: viele ließe sich verändern.

00:06:36: dafür braucht es die Bereitschaft der TrainerInnen das Training entsprechend anzupassen oder so wie ich kleinen Drachen interpretiere.

00:06:46: Die Gefährten sind entscheidend, nicht nur der Weg und das Ziel – wenn wohlbefinden der Wegweiser ist!

00:06:58: Wer sind denn eigentlich die Gefährte beim Man trailing Training aus der Sicht des Hundes?

00:07:04: Es sind die Bezugspersonen und die Trainerinnen.

00:07:08: Dabei ist deren Haltung und Zielsetzung für das Training entscheidender.

00:07:14: Um den Wunsch dem Hund etwas Gutes zu tun, zu erfüllen müssen wir natürlich grundsätzlich die Umsetzung der kompletten Trainingseinheit ansetzen.

00:07:24: Ist Leistung oder wohl befinden das Ziel?

00:07:28: Dabei geht es nicht nur um den Trail selbst sondern auch um das Vorbereiten, Ankommen, die Pausen und das Ende des Trainings.

00:07:36: Beim bedürfnisorientierten Man-Trailing, das ich jetzt hier mal als Basis voraussetze wird die Trainingseinheit ganz zeitlich betrachtet.

00:07:45: Frust möglichst verhindert und der Schwierigkeitsgrad sowie die einzelnen Trainingsschritte werden genau an den Hund angepasst.

00:07:54: Wir entscheiden uns also ganz bewusst dem Hund gute Gefährten zu sein Und jede Trainingsentscheidung messen wir daran Um Trainingsentscheidungen zu treffen, betrachten wir sehr genau den Hund um den es geht.

00:08:10: Was ist denn für diesen Hund etwas Gutes?

00:08:14: Konkret also was braucht der Hund gerade am dringendsten?

00:08:20: und da sind wir bei den Bedürfnissen.

00:08:22: Hangelt man sich an den fünf Säulen des Enrichments einen Artikel dazu verlinke ich dir auch in den Show notes entlang hat man ein gutes Leidsystem, um zu erkennen was dem Hund gerade wirklich gut tut.

00:08:39: Braucht der Hund also in erster Linie Erfüllung grundlegender Bedürfnisse für sein Wohlbefinden?

00:08:46: Also ganz individuell Hundsein so wie er Hund ist oder einfach ein nettes Hobby bei dem beide gemeinsam Freude haben?

00:08:58: Denn das sind für mich tatsächlich unterschiedliche Voraussetzungen, für die Beantwortung meiner Frage zur Anleitung zum Spurtreuen Trailen.

00:09:07: Also ob es gerechtfertigt ist einen Hund dafür umzustellen.

00:09:11: und dann gibt es ja auch noch die Bedürfnisse der Bezugspersonen und die Rolle, die sie spielen.

00:09:20: Beginnen wir mal mit den Erfüllung grundlegender Bedürffnissen des Hundes.

00:09:24: Haben wir es also mit einem Hund zu tun, der bisher eh nur wenig Bedürfnisse im Alltag ausleben kann.

00:09:32: Dann ist es gut zu wissen welches Suchmuster der Hund von sich aus bevorzugen würde und welches Laufmuster.

00:09:39: Arbeitet der Hund gerne Spurtreue fokussiert in einem Tempo dem der Mensch gut folgen kann?

00:09:45: Ja?

00:09:45: Wunderbar!

00:09:46: Dann ist die spurtreuen Ausbildung entsprechend der Veranlagung dieses

00:09:51: Hundes.".

00:09:52: Wenn dieser Hund hingegen lieber in schnellem Tempo und großen Bewegungsradio sucht, müssen wir hier gut überlegen ob es im Summe für diesen Hund wirklich noch bereichernd ist ein anderes Suchmuster an den Tag legen zu müssen.

00:10:08: Denn hier zahlt der Hund einen Preis, den wir bei unserer Entscheidung berücksichtigen müssen.

00:10:15: Jetzt kommt allerdings auch noch darauf an, was der Grund dafür ist dass dieser Hund bisher seine grundlegenden Bedürfnisse nicht erfüllen konnte.

00:10:25: Wenn hier Unsicherheit in der Umwelt oder gegenüber Menschen eine Rolle spielt dann kann für diesen Hund ein gut angepasstes Men Trailing Training wiederum sehr hilfreich sein.

00:10:38: Das spurtreue Trailen ist eine Lösungsstrategie für den Hund, die ihm eine Erwartungssicherheit und eine Erfolgsgarantie bietet.

00:10:47: Und uns Trainerinnen bietet es die Möglichkeit Schwierigkeitsgrade und bewältigbare Rahmenbedingungen in der Umwelt auch wirklich ganz genau zu planen!

00:10:59: Wenn wir also den Benefit für diese Hunde mit den besonderen Bedürfnissen Mit Menschwellingtraining aktiv ausschöpfen wollen, bräuchten wir den Trainingsschritt zum spurtreuen Trail vorab.

00:11:13: Denn die Suche über Hochwind ist ja keine echte Alternative!

00:11:18: Was dabei natürlich zu bedenken ist?

00:11:21: Voraussetzung ist ein MenschwellingTraining das als Angebot an dem Hund verstanden wird dass der Hund ohne Verlust seiner Belohnung ablehnen unterbrechen und auch abbrechen kann Wie gesagt, ich wiederhole ohne seine Belohnung zu verlieren.

00:11:39: Und Man-Trailing findet an der Leine statt!

00:11:42: Das heißt das Bedürfnis nach freier Bewegung im eigenen Tempo wird nicht erfüllt und die gesamte Trainingseinheit muss für den Hund passen.

00:11:53: ein schöner Trail alleine reicht nicht wenn das davor und danach nicht passen.

00:12:02: kommen wir zu den Bedürfnissen der Bezugspersonen.

00:12:06: In meinem Buch Man Trailing Mehr als Suche, Wohlbefinden als Wegweiser habe ich auf Seite thirty-four geschrieben.

00:12:15: Ihr schreibt also gemeinsam eure Erfolgsgeschichte!

00:12:19: Ihr fügt eurem vielleicht anstrengenden Alltag ein Kapitel hinzu, in dem dein Hund ein Held ist.

00:12:27: Du löst mit ihm zusammen fantastische Aufgaben für die er Superkräfte braucht – auch dein Hund hat diese Superkräften!

00:12:39: Denn Menschen, die ihren Alltag mit Hund sehr anstreggend erleben sind vielleicht am Rande ihrer Kräfte und vielleicht drohen sie auch die Freude an ihrem Hund zu verlieren?

00:12:50: Und für diese Menschen kann bedürfnisorientiertes Mantrailing Training wirklich balsam auf die Seele sein.

00:12:59: Hinzu kommt auch noch, dass diese Menschen sehr davon profitieren können sich mit Gleichgesinnten zu treffen Mut zu schöpfen Bestätigung zu bekommen und Kraft aus dem Training zu tanken.

00:13:13: Die Bedürfnisse nach Verbundenheit und Wachstum des Menschen können auch am wohlbefinden des Menschen ausrichtet, erfüllt werden.

00:13:25: Und das hat häufig zur Folge dass diese Menschen Kraft tanken und dadurch im Alltag wieder in der Lage sind empfohlene Maßnahmen und ein Training umzusetzen.

00:13:36: so kann dann vielleicht auch der Verzicht auf bisherige Aktivitäten die für den Hund halt eher belastend waren leichter fallen.

00:13:46: Ein dadurch ausgeglichener Mensch kann ein enormes Plus für den Hund darstellen und das werfe ich jetzt mal in die andere Seite der Workshalle.

00:13:57: Aber nur zur Sicherheit, dass Ausleben von sportlichem Ehrgeiz des Menschen auf Kosten des Hundes meine ich hier definitiv nicht!

00:14:08: Wenn es darum geht, dass wir ein nettes Hobby für das Team suchen dann sieht es nochmal etwas anders aus.

00:14:15: Wenn die Spurtreue Suche, die Bevorzug der Suchform des Hundes ist?

00:14:19: Na dann kann bedürfnisorientiertes Mantwelling ein großartiges Hobby für das Team sein!

00:14:24: Wenn die bevorzugte Suchform nicht die Spurtreue Sucher ist dieses Bedürfnissen aber also seine Art und Weise, wie ihr gerne sucht.

00:14:35: Aber anderweitig gedeckt wird?

00:14:37: Dann kann Man-Trailing dennoch ein nettes Hobby sein!

00:14:40: Und man kann eben das Anlernen der spurtrollen Suche sehr kleinschrittig machen und durch geschickte Wahl des Trailverlaufes auch ohne Frustfallen gestalten.

00:14:53: Ja...und jetzt kommen wir zu einem Punkt, der tatsächlich etwas tricky ist.

00:15:04: Ich betitel es mal als Zwischenbeobachtung und Beweis.

00:15:10: Die mir bekannten Man-Trailer innen, die Spurtreuarbeiten tun das alle aus voller Überzeugung – und zwar unabhängig davon mit welchem Ziel sie trahlen!

00:15:21: Übrigens zeigen auch Hunde, die fürs ID-Tracking ausgebildet wurden, dass sie sehr genau auf der von der Zielperson gelaufenen Spur arbeiten können.

00:15:32: Wir erleben in der Praxis, wie genau Hunde auf der gelaufenen Spur trälen können.

00:15:39: Wir erlebten, wie Hunde durch ihr Verhalten die Story des Traits in Bezug auf das Vorhandensein von älteren Spuren der Zielperson erzählen.

00:15:48: Wir sind aus unserer Praxis von der spurtreuen Suche überzeugt und dann kommt die Frage nach dem Beweis Nach Studien die beweisen, dass es dieses Spur so gibt und das sie Ort treu bleibt.

00:16:07: Die Frage kommt einerseits von überzeugten Menschhelern die Spurtreuerarbeiten und händeringend nach Beweismaterial suchen um auch andere davon zu überzeugen.

00:16:18: Und andererseits kommt sie natürlich auch von Menschheltern die skeptisch oder direkt ablehnend gegenüber der spurtreuen Suche sind.

00:16:27: Wir beobachten bei unseren Hunden also ein Verhalten, dass sich mit dem Modell der Ortstreuen schweren Spur sehr gut erklären lässt.

00:16:38: Aber bei der Frage nach einem handfestem Beweis in Messwerten, Zahlen, Tabellen und Auswertungen stehen wir mit leeren Händen da oder mit Studien die zu einem Ergebnis kommen das unser Modell vielleicht auch nicht stützt.

00:16:58: Und da ist in meiner Sicht aber ein Problem dahinter.

00:17:01: Denn uns stehen derzeit keine neutralen Messmethoden zur Verfügung, mit der wir auf dem Trail die für den Hund relevante Ortstreue Geruchsinformation eines Individualgeruches nachweisen oder ausschließen können.

00:17:20: Derzeit erfolgen also die Untersuchungen und die Schlussfolgerungen daraus über das Verhalten von Hunden.

00:17:28: Heißt, es werden Mensch-Hundteams als Messinstrumente eingesetzt.

00:17:34: Diese Messinstrumente besitzen Fähigkeiten, Grenzen und eine Lerngeschichte – und das stellt für mich tatsächlich eine große Crux für eine Beweisführung dar!

00:17:47: Und ich möchte das jetzt etwas nochmal ein bisschen ausführlicher darstellen….

00:17:53: Es galt lange Zeit als unmöglich, dass ein Mensch hundert Meter in unter zehn Sekunden laufen kann.

00:18:00: Dass ich und vermutlich du die Hundert Meter nicht in unterzehn Sekunden laufen können ist ziemlich klar.

00:18:07: Nur heißt das natürlich nicht, dass niemand es kann.

00:18:11: Stimmt ja auch nicht!

00:18:13: Okay, ich geb zu... Das ist ein extremes Beispiel.

00:18:16: Skalieren wir das mal runter und schauen uns die Fragestellung an Können Menschen fünf Kilometer in unter twenty-fünf Minuten laufen?

00:18:27: Viele Menschen können das, viele nicht.

00:18:29: Manche können es nach Training und manche vielleicht trotz guten Trainings nicht.

00:18:36: Nehmen wir also sechzig Menschen von denen die meisten sportlich aktiv sind.

00:18:41: einige laufen auch regelmäßig aber keiner wurde gezielt auf genau diese Distanz und dieses Tempo trainiert.

00:18:48: wenn jetzt Bei dieser Untersuchung viele oder alle Scheitern wissen wir etwas über diese sechzig Menschen mit ihrem aktuellen Leistungsstand.

00:18:59: Wir wissen aber noch nicht, ob Menschen diese Leistungen vielleicht nach gezielten Zusatztraining erbringen könnten.

00:19:06: Nehmen wir stattdessen sechszig Menschen die gezielt auf fünf Kilometer in unterfünfundzwanzig Minuten trainiert wurden werden die Ergebnisse sehr wahrscheinlich anders aussehen!

00:19:17: Und was erwarten wir, wenn wir Sechzig-Einhundert Meter Sprinter innen nehmen oder sechzig MarathonläuferInnen testen?

00:19:28: Worauf ich hinaus will.

00:19:30: Biologische Probandinnen sind keine neutralen Messinstrumente – man misst immer auch ihre Vorgeschichte mit!

00:19:39: Und jetzt haben wir noch nicht mal drüber gesprochen, unter welchen Bedingungen diese sechzig Menschen die Leistung erbringen sollen.

00:19:47: Denn selbst die Anforderungen fünf Kilometer unter fünfundzwanzig Minuten sind keine fixe Aufgabe!

00:19:55: Es macht einen Unterschied ob es eine flache Asphaltstrecke bei angenehmen Temperaturen ist oder ein matschiger Bergweg bei Hitze-, Regen- oder Schnee und dazu kommen auch Ausrüstung, Tagesform usw.

00:20:08: Und was bedeutet das jetzt für die Beweisführung mittels Mantrailing Teams?

00:20:14: Wir nehmen sechzig mit Hundteams und lassen sie suchen.

00:20:19: Sechzig Hunde können sehr gut ausgebildete Mantraler sein, und trotzdem für völlig unterschiedliche Suchstrategien ausgebundet worden sein.

00:20:28: Aber auch sechzlich spurtreu ausgebuldete Hunde, die exakt auf dem Trailverlauf arbeiten, wären noch kein direkter Nachweis für eine für Hunde verfolgbare Informationen entlang des gegangenen Weges.

00:20:43: Und dann kommt noch dazu, dass es beim Drehlen nahezu unmöglich ist, für mehrere Hunde wirklich die gleichen Bedingungen zu schaffen – also wir haben keine standardisierten Testbedingungen!

00:20:57: Selbst in abgesperrten Bereichen ist das nicht möglich nacheinander identische Bedingung zu schaffen.

00:21:04: Die Hunde können nun mal nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ohr suchen und arbeiten sie den selben Trail nacheinander aus, verändert sich die Liegezeit zwischen Trail legen und ausarbeiten.

00:21:15: Legen wir für jeden Hund einen eigenen Trail haben wir dafür jedes mal andere Bedingungen in der Umwelt nutzen wir unterschiedliche Zielpersonen unterscheiden sich auch deren Individualgerüche Und dann wäre da ja auch noch der Geruchsartikel mit seiner jeweiligen Qualität.

00:21:35: Es ist einfach ausgesprochen komplex.

00:21:39: Und ich fasse an dieser Stelle also für mich in meinen Worten kurz zusammen, ein Mensch-Hund-Team als Messinstrument ist variabel!

00:21:50: Die Testbedingungen beeinflussen ob der Hund diese Leistung zeigen kann und am Ende beobachten wir Verhalten und ziehen daraus unsere Schlussfolgerungen.

00:22:01: Und daraus folgt für mich die entscheidende erkenntnistheoretische Grenze Denn wenn der Hund nicht spurtreut trailt, ist damit für mich nicht automatisch bewiesen dass dort keine Ortstreue für hunde verfolgbare Informationen vorhanden ist.

00:22:19: Aber umgekehrt, wenn der Hund spurt treu trailt ist das eine Beobachtung die sehr gut mit dem Modell einer Ortstreuen Spur vereinbar ist aber noch kein direkter Nachweis dieser Spur so.

00:22:33: Das macht die Entscheidung, ob ich einem Hund das spurtreue Arbeiten entgegen seiner Veranlagung beibringen soll.

00:22:42: Obwohl es für die schwere Spur beim Trail keinen wissenschaftlichen Beweis gibt – nicht leichter!

00:22:50: Warum ich weiterhin diesen Weg wähle?

00:22:54: Warum reicht mir also offensichtlich das was Ich weiß und beobachte aus um einen Hund eine Nicht-Bevorzugte Suchstrategie

00:23:02: anzubieten?!

00:23:04: Ich habe keine wissenschaftliche Gewissheit.

00:23:06: Ich habe Beobachtungen, Erfahrungen, Wissen und einen ethischen Rahmen – und damit muss ich in der Realität verantwortbare Entscheidungen treffen!

00:23:18: Und diese Entscheidung ist sehr vielschichtig und von vielen Faktoren abhängig.

00:23:26: Ja und dann müssen wir Anspruch und Realität auch noch unter einen Hut bringen….

00:23:33: Der Ausgangspunkt ist also der individuelle Hund.

00:23:37: Was würde seinen aktuellen Bedürfnissen und seiner Veranlagung besonders gut entsprechen?

00:23:44: Das ist die Theorie und der Gedanke des Optimums, denn der nächste Schritt ist dass wir uns der Lebensrealität des Teams stellen müssen und beides auf eine machbare Schnittmenge bringen.

00:24:00: was es tatsächlich verfügbar?

00:24:02: Was kann der Mensch jetzt leisten?

00:24:05: Sind noch nicht erreichte Voraussetzungen für eine andere Beschäftigung nötig?

00:24:09: und Last but not least, welche realen Möglichkeiten gibt es überhaupt da wo dieses Mensch-Hund Team lebt.

00:24:17: Und hier spielen die Bedürfnisse und die Ressourcen des Menschen eine wichtige Rolle denn seine Möglichkeiten bestimmen im Wesentlichen mit wie die Lebensrealität dieses Hundes aussieht.

00:24:31: Konkret also, welche realistisch verfügbare Möglichkeit ergibt für dieses Mensch-Hund Team insgesamt die bessere Bilanz.

00:24:43: Vielleicht kommen wir bei einem Hund der schnell weiträumig und gerne über Hochwindsuch zu dem Schluss?

00:24:49: Eine entsprechend aufgebaute frei verloren Sucher im Dummy Training könnte seinem individuellen Such- und Laufmuster gut entsprechen!

00:24:59: Diese theoretisch passendere Beschäftigung muss jedoch realisierbar sein.

00:25:04: Gibt es also ein entsprechendes Trainingsangebot und ist das auch so aufgebaut, dass es für den Hund passt?

00:25:13: Welche Voraussetzungen braucht dieses konkrete Team?

00:25:17: Also ist denn ein geeignetes Gelände verfügbar oder muss das Gelände etwa noch eingezäunt sein?

00:25:24: Wie weit müsste der Mensch fahren Und eben auch, was kann dieser Mensch gerade tatsächlich leisten?

00:25:34: Wenn ich weiß, dass die theoretisch besser passende Beschäftigung für dieses Team derzeit nicht realisierbar ist und eine allerdings tatsächlich erreichbare Alternative jedoch mit Trainingsmethoden arbeitet, die ich für diesen Hunden nicht vertreten kann.

00:25:52: Dann fließt auch das in meine Entscheidung ein!

00:25:57: Und dann biete ich diesen Hund lieber ein Man-Trailing, das ihm gut tut an.

00:26:02: Auch wenn es seiner Veranlagung nicht perfekt entspricht!

00:26:07: Denn für mich gilt der Spatz in der Hand ist kein Trostpreis.

00:26:13: Er kann dem Team Flügel verleihen um zur Taube auf den Dach zu fliegen.

00:26:21: und jetzt kommen wir zu ein paar wichtigen Punkten die Voraussetzung dafür sind denn der Weg selbst muss für den Hund gut sein.

00:26:30: Und das ist ein grundlegender Unterschied zum anfänglich erwähnten Stromhalsband, der Weg selbst darf dem Hund nicht schaden!

00:26:39: Das Antrainieren der spurtreuen Suche plane ich kleinschrittig und ich vermeide bewusst Frustfallen – und es bleibt dabei, der Hund darf das Trailangebot ablehnen unterbrechen und auch abbrechen ohne die Belohnung zu verlieren.

00:26:56: Der Hund gibt mir also Feedback während des gesamten Weges und ich kann diesen Weg bis zu einem gewissen Grad auch anpassen für diesen Hund.

00:27:06: Ich gehe also weiter den Weg des spurtreuellen Trails mit dem Hund, lasse mir immer wieder von ihm die Frage beantworten ob es gut für ihn ist?

00:27:17: Ob Mantrailing diesem Team Flügel verleiht?

00:27:21: Und auch an dieser Stelle nochmal!

00:27:24: Wenn die Antwort Nein lautet, ist meine Alternative nicht das Trälen überhochwind.

00:27:31: Dann ist meine Antwort dass für diesen Hund Mantrailing nicht die passende Beschäftigung ist.

00:27:38: und erst jetzt darf der langfristige Nutzen in die Wachschale.

00:27:44: denn nur wenn die beiden vorigen Voraussetzungen also der Abgleich mit den realistischen Möglichkeiten Und die bedürfnisorientierte Ausführung des Weges erfüllt sind, darf für mich auch der langfristige Nutzen für das Mensch-Hund-Team in die Waagschale.

00:28:03: Auch ein Hund, der für einen anderen Suchmuster veranlagt ist kann die erlernte spurtreue Such als Lohnende, vorhersehbare und freutvolle gemeinsame Aktivität erleben.

00:28:16: Ich erlebe das sehr häufig, dass Hunde nach der Umstellung auf Spurtreusuche in der Bilanz der gesamten Trainingseinheit deutlich mehr vom Trail haben.

00:28:26: Und jetzt beginnt die Phase, in der der Spatz in der Hand dem Team Flügel verleiht!

00:28:33: Da kann sich ein früher bei Entscheidungen lautstark klagen des Spinone zu einem stabilen spurtreuen Menschwelle entwickeln und einen zuvor frustrierter Setter, der immer am Ende der Leine hing kann fokussiert und gleichmäßig auf dem Trail unterwegs sein.

00:28:48: Und manchmal reichen die Veränderungen weit über das Mentrailing hinaus!

00:28:53: Da kann ein Mensch-Hund-Team, dass sich nach einem Beißvorfall nur noch sehr eingeschränkt in der Umwelt bewegt hat durch die Kombination aus Training & Mentrailling so sicher werden, dass zunächst die Teilnahme an einem Social Walk möglich wird – und später sogar das absolvierendes Hundeführerscheinz.

00:29:14: Ich kann natürlich nicht sagen, welchen Anteil das Man-Trailing allein an dieser Entwicklung hatte und auch nicht ob der positive Effekt auf den Menschen oder auf dem Hund dabei mehr Gewicht hatte.

00:29:26: Aber ich höre von Menschen und Trainerinnen immer wieder dass ein Hund ohne das Man Trailing heute nicht da wäre wo er ist.

00:29:35: In meiner eigenen Geschichte war Man trailing jedenfalls der Game Changer Der Spatz der uns Flügel verliehen hat.

00:29:46: Großer Panda, sagte kleiner Drache.

00:29:50: ich mag wie du mit mir wanderst, mir zuhörst und mit mir sprichst aber am meisten mag Ich wie ich mich mit dir fühle James Norbury großer Panda und Kleiner Drache.

00:30:07: Und genau darum geht es für mich wenn ich mich entschieden habe diesen Weg mit einem Hund zu gehen.

00:30:14: Die Spurtreue ist für mich kein Selbstzweck.

00:30:17: Ich kann die Veranlagung des Hundes beim Trail legen, direkt berücksichtigen indem ich den Trail so lege dass es für diesen Hund möglichst leicht ist spurtreu zu bleiben.

00:30:27: Bei einem Hund der zum Beispiel gerne überhoch wenn suchen möchte leg' ich die Trail natürlich nicht über große offene Flächen.

00:30:34: Ich positioniere die Zielpersonen so das die Witterung möglichst keine offensichtlichen Motivationskonflikt auslösen kann und habe ich einen u-förmigen Trail mal zu eng gelegt, na dann darf der Hund auch abkürzen.

00:30:49: Möchte ein Hund lieber im Schatten laufen oder etwas umgehen?

00:30:53: Dann bin ich die Letzte, die ihn daran hindert!

00:30:56: Da gibt es keinen – da muss er durch – sondern größte Sorgfalt beim Legen und beim Begleiten der Trails.

00:31:03: Ich sehe mich nicht als die Prüferin des

00:31:06: Hundes.".

00:31:08: Ich sehe meine Rolle als Gefährtin des Menschhundteams, mit der sich beide gut fühlen.

00:31:14: Ich behalte ihre Bedürfnisse im Blick, wege immer wieder neu ab und nehme auch meinen eigenen Entscheidungen nicht als in Stein gemeißelt

00:31:24: hin.".

00:31:26: Mein Fazit?

00:31:28: Tja mein Fazit auf die Frage ob es vertretbar ist einem Hund eine Suchstrategie gegen seine natürliche Veranlagung vorzuschreiben kann ich in einem Satz zusammenfassen.

00:31:41: Es kommt drauf an!

00:31:46: Das war's schon mit dieser Podcastfolge von Man Trailing Time to Shine, dem Podcast von Astrid Speerlich.

00:31:57: Weitere Informationen zu mir findest du auf meiner Website www.astrid-speerlich.de.

00:32:07: Ich freue mich wenn Du auch bei der nächsten Folge wieder dabei bist Wenn es heißt Mantrailing.

00:32:14: Time to shine!

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